(englisch, Charles E. Tuttle Company, Rutland-Tokyo, 1958.Deutsche
�bersetzung von: Ordonanz-Verlag B. Rolff GmbH, Postfach 6366, D-79039 Freiburg)
Was macht das japanische Schwert auch heute noch so faszinierend?
Ist es der Mythos und die Geschichte der un�berwindbar erscheinenden
japanischen Krieger (bushi), die in archaischer Pflichterf�llung
Tod und Niederlage nicht f�rchtend, sagenhafte Heldentaten
mit ihren ebenso sagenhaften Klingen vollbrachten?
Ist es die hohe technologische Perfektion von Klingen,
die schon vor Jahrtausenden die H�rte f�r fantastische Sch�rfe
und die Elastizit�t f�r die hohe Beanspruchung in der Schlacht
geheimnisvoll in sich vereinten? Oder ist es die Sch�nheit von
hochpolierten Stahlklingen und kunstvollen Zierraten,
die viele Schwerter und ihre Montierung zu einmaligen Kunstwerken machen?
Ist es vielleicht die umfangreiche und noch lebendige �berlieferung der
Schwertkampftechnik, die in kriegerischen Jahrhunderten und
auch noch nach dem Ende der milit�rischen Verwendung von Schwertern
bis zur Perfektion entwickelt wurde und noch heute in den Disziplinen
des ken-jutsu, kendô, iaidô und battodô in Japan und
auf der ganzen Welt verbreitet lebendig geblieben ist?
Jede Erkl�rung f�r sich bleibt ungen�gend: Auch das Abendland hat seine Mythen
von unerschrockenen Rittern und Zauberschwertern.
Auch die Wikinger, Franken und Sarazenen haben Damast-Schwerter hergestellt,
die durch die Verbindung von St�hlen mit unterschiedlichem Kohlenstoffgehalt
elastisch blieben und doch scharf waren. Die Museen der Welt sind voll von
prunkvollen Waffen des europ�ischen Mittelalters, die von der Kunstfertigkeit
der Schwertfeger zeugen. Anders als in Japan, wo der �ber den unmittelbaren
milit�rischen Einsatz hinausgehende Ausbildungswert der Waffenk�nste
erkannt wurde, sind die Fechtschulen Europas und des Nahen Ostens leider
auf die modernen Fechtdisziplinen unter weitgehendem Verlust der moralischen
und geistigen Aspekte reduziert worden. In der Verbindung all dieser
Elemente ist das japanische Schwert einzigartig und rechtfertigt seine
Sonderstellung. Besonders bemerkenswert ist, dass sowohl manche
japanischen Schwerter als auch die Kunst, sie zu f�hren,
Jahrhunderte fast unver�ndert �berdauert haben und heute noch so gl�nzen,
wie zur Zeit ihrer Erschaffung.
Und wer einmal einen Schwertgriff und die Balance einer guten Klinge
gef�hlt hat, der sucht nicht mehr nach einer rationalen
Erkl�rung seiner Faszination.
Yumotos Handbuch ist eine kurze und mit Photos und Zeichnungen
illustrierte Darstellung der Grundbegriffe f�r die W�rdigung und Beurteilung
des japanischen Schwertes: Nach einer kurzen Einf�hrung in die Japanische
Geschichte und die wichtigsten Perioden und Schmiede-Schulen,
folgt eine �bersichtliche Kategorisierung der verschiedenen Schwerttypen
nach L�nge und Montierung. Die genaue Benennung der Klingenteile ist
gefolgt von einer �bersichtlichen Beschreibung verschiedenen Formen der Klinge,
der Angel, der Rillen auf der Klinge (oft f�lschlich �Blutrinne�,
die aber einerseits das Gewicht der Klinge reduziert,
andererseits ihre Stabilit�t erh�ht) sowie besonders nat�rlich der
einzigartigen H�rtelinien (�hamon�), die in unz�hligen Abwandlungen vorkommen.
Die H�rtelinie in der N�he der Schneide entsteht beim H�rten des Stahls,
bei dem die Klinge mit einer Tonschicht �berzogen wird.
Diese Tonschicht wird dann zur Schneide hin entfernt oder
wesentlich d�nner aufgetragen.
Dadurch wird die Klinge in diesem Bereich h�rter und h�lt die Sch�rfe,
gleichzeitig entsteht die erst beim Polieren hervorkommende H�rtelinie.
Sie wird von den Schmieden teilweise kunstvoll gestaltet und der Experte
kann in ihr die Herkunft eines Schwertes erkennen.
Nach einer bebilderte Darstellung des Schmiedevorganges folgen Tabellen
der wichtigsten Schmiede, ihrer Bewertung, der h�ufig in Schwertsignaturen
(�mei�)verwendeten Schriftzeichen, der Regierungsperioden der
japanischen Kaiser, die der Datierung dienen, sowie schlie�lich eine
Bibliographie und ein Glossar.
Yumotos Handbuch ist ein n�tzlicher und informativer Einstieg in eine
grenzenlose Welt voller Faszination und Sch�nheit.
Der Leser sei gewarnt: Wer einmal vom Zauber japanischer Schwerter
erfasst wurde, der kann davon nur mehr schwer loskommen!